Mittwoch, 7. März 2012

Worte von Swami Sivananda (5)


aus "Parabeln"

Gleichnis vom gierigen Pilger
Ein Mann, der auf eine Pilgerreise gehen wollte, lieh sich hundert Rupien von einem Freund. Nachdem er verschiedene Orte besucht hatte, kehrte er in seinen Heimatort zurück. Als er den Freund traf, von dem er sich das Geld geliehen hatte, erinnerte dieser ihn daran. Der Pilger fragte:" Wieviel soll ich dir bezahlen?" "100 Rupien natürlich!" "Oh, du willst alles zurück?" - Was für eine sonderbare Frage!
Genauso merkwürdig ist das menschliche Verhalten. Das Individuum betritt das Riesenreich des Samsara (Geburt und Tod) und wandert dank dem von Gott verliehenen Bewußtsein durch verschiedene Daseinsebenen - als Mineral, als Pflanze, als Tier und als Mensch. Als Mensch kommt die individuelle Seele ihrem Ursprung, Gott, wieder sehr nahe. Nun, da die Reise fast zu Ende ist, verlangt Gott das geliehene Bewußtsein wieder zurück. Der Mensch soll erkennen, daß seine Seele Gott gehört. Das ganze Herz sollte Gott dargebracht werden. Aber dem unwissenden Menschen, der voll Verlangen und Wünschen ist, der Täuschung unterliegt und an weltlichen Dingen hängt, widerstrebt das. Wie machtvoll Maya, die Täuschung, doch ist!

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